Sieben Tage 1001 Nacht oder Dubai war eine Reise wert. (H.G.Billmann)

Angefangen hatte für mich diese Reise im Sommer dieses Jahres. Bei diversen Trainerstunden bei unserem Pro Joakim Strandberg schwärmte dieser immer wieder von den Golfplätzen in Dubai und Abu Dhabi. Auch einige Clubmitglieder, die im letzten Jahr schon dabei gewesen waren und auch dieses Mal mit von der Partie sein wollten, rieten mir zu dieser Reise. Also meldete ich mich an und am 8. November ging es dann los.

Mit Zwischenstop in München ging es dann mit Emirate Airlines gen Osten. Auf dem sechsstündigen Flug hatten wir Zeit, uns auf diesen Teil der Welt einzustimmen. Gegen Null Uhr Ortszeit betraten wir dann endlich arabischen Boden. Unsere herbstliche Kühle gewohnt, waren die ersten Schritte ins Freie ein richtiger Schock! Ca. 28 Grad warme Luft und ein unbeschreibliches Gewusel, Gepfeife und sonstiger orientalischer Lärm empfingen uns. Im Bus ging es dann durch die von Wolkenkratzern gesäumten Straßen zum Hotel. Einchecken, Koffer aufs Zimmer, noch ein paar Absacker im hoteleigenen Pub und wir hatten die erforderliche Bettschwere. Die Zimmer waren sehr geräumig und komfortabel. Wer auf TV nicht verzichten wollte fand sogar deutschsprachige Programme. Die ersten beiden Tage waren der Erholung vorbehalten. Bei herrlichstem Wetter, Lufttemperatur ca. 35 Grad, Wasser ca. 30 Grad verbrachten wir zwei mehr oder weniger faule Tage am Strand. Sonne, Palmen, Wind und Meer! Nur umdrehen darf man sich nicht. Direkt hinter der Hotelanlage entstehen zur Zeit ca. 20 Wolkenkratzer. Der Baulärm hält sich zwar in Grenzen, der Anblick dieser Monsterrrohbauten ist jedoch gewöhnungsbedürftig. Am ersten Abend dann einer der Höhepunkte unserer Reise. Besuch und Abendessen im legendären Burj Al Arab, dem einzigen 7 Sterne-Hotel der Welt. Wer wissen will, was Luxus wirklich bedeutet, muss dort gewesen sein! Schon das Entree verschlägt einem die Sprache. Glamour und Glanz wohin das Auge blickt. Speisen und Getränke vom feinsten (die Preise aber auch). Wir dinierten in einer Art Aquarium, jede Menge Fische schwammen ca. in zwei Meter Abstand an uns vorbei und beäugten misstrauisch ihre Artgenossen, die bei uns auf den Tellern gelandet waren. Auf die Frage, wieviel Zimmer dieses Hotel denn habe, bekamen wir die etwas distinguierte Antwort: „Sorry, we have suites no rooms". Soviel zum arabischen Understatement. Den Abend ließen wir an der Bar im dreihundert-xten Stockwerk dieses Gebäudes ausklingen. Empfehlenswert aus meiner Sicht ist auch ein Besuch der Souks. Dort kann man nach Herzenslust handeln. Wir haben das exzessiv getestet. Egal ob Uhren der Marken Breitling, Glashütte oder Rolex (natürlich Imitate), man wird in einem Raum eingeschlossen und dann kommt der Mann mit dem Koffer. Wir haben unsere Kaufkraft gebündelt und uhrentechnisch eine Art Sammelbestellung aufgegeben. Ein dezenter Hinweis auf meine eingeschränkten finanziellen Verhältnisse (fünf Kinder von drei verschiedenen Frauen und außer mir kein einziges Kamel zu Hause) schien auf den arabischen Händler Eindruck zu machen. Jedenfalls bekamen wir Uhren und Digitalkamera zu einem akzeptablen Preis. Do you have watches? – wurde so zum geflügelten Wort. Leider war es nicht möglich, alle touristischen Angebote zu nutzen. Aber in Dubai gibt es nichts, was es nicht gibt! Für mich immer wieder erstaunlich, wie gut diese Bevölkerungsvielfalt das Zusammenleben beherrscht. Betrug, Diebstahl oder Gewalt kommen in diesem Emirat so gut wie nicht vor. Unter diesem Aspekt ist auch folgende Episode zu sehen. Da Dubai nicht ganz billig ist und die Landeswährung per EC-Karte aus Geldautomaten gezogen werden kann, nahm ich diesen Service des öfteren in Anspruch. Einmal klappte dies nicht reibungslos und ein freundlicher Araber bot mir seine Hilfe an. So ein richtig echter mit Burnus, Kopftuch und ganz in Weiß. Kopf an Kopf studierten wir das Display und kämpften uns durch die etwas umständlichen Anweisungen. Als der Automat mich aufforderte, meine PIN-Nummer einzugeben, dachte ich, dass sich mein Helfer etwas zurückziehen würde. Doch weit gefehlt, er sah mich nur auffordernd an und steckte seine Nase noch näher an Display und Tastatur. Wenn ich ihn jetzt nicht beleidigen wollte, blieb mir nichts anderes übrig, als die Geheimzahl einzugeben. Nachdem das Geld ausgezahlt worden war, drückten wir uns gegenseitig die Hand und schieden im besten Einvernehmen. In Deutschland wohl undenkbar! Ab dem dritten Tag ging es dann endlich auf den Golfplatz. Unser Pro und Reiseleiter Joakim Strandberg hatte die Flights so zusammengestellt, dass wir immer in unterschiedlicher Zusammensetzung auf die Runden gingen. Dies tat der Gruppendynamik sichtlich gut. Die Golfplätze in Dubai und Abu Dhabi sind ein Traum. Herrliche Fairways, Sand statt Roughs, mondäne Clubhäuser, klimatisiert und prachtvoll ausgestattet, reich sortierte Pro-Shops. Leider war in meiner Größe XXL nur wenig vorhanden. Trotzdem hatte ich im Dubai Creek Golfclub eine Begegnung der besonderen Art. Auf der Suche nach einem Mitbringsel begegnete mir Dubi. Dubi stand im Regal und schaute mich mit seinen großen Augen mit soviel Zuneigung an, dass ich sofort wusste, der kommt mit nach Deutschland. Dubi ist ein etwa halbjähriger „Kamelwelpe" in Form einer Schlägerhaube. Dubi ist zwar manchmal etwas vorlaut, versteht aber für sein Alter eine ganze Menge von Golf. Er wird mich durch mein restliches Golferleben begleiten. Beeindruckend, wie weit die Bälle bei diesen klimatischen Verhältnissen fliegen! Sehr bequem sind auch die Elektrocars, teilweise sogar mit GPS ausgestattet. So ist man auf den Meter genau informiert, wie weit das Loch noch entfernt ist. Nur schlagen muss man noch selbst. Mir persönlich hat der PGA-Platz im Golfclub Abu Dhabi am besten gefallen. Eine echte Herausforderung. 48 Grad in der Sonne und Elektrocars waren nicht erlaubt, da der Platz jetzt schon für den Auftritt der Professionals vorbereitet wird. Bei dieser Hitze noch einen Trolly hinter sich herziehen, das geht schon an die Grenzen. In unserem Flight gab es niemand, der weniger als acht Liter Wasser auf der Runde getrunken hat. Viel zu schnell verging die Zeit. In einem echt arabischen Bus, der bei jeder Unebenheit der Straße geräuschvoll aufsetzte ging es von Abu Dhabi zurück zum Flughafen nach Dubai. Alles in allem eine wunderbare Reise mit bleibenden Erinnerungen. Ich bin sicher, dass ich im Namen aller Reiseteilnehmer spreche, wenn ich Joakim ein herzliches Dankeschön für seine Organisation sage! Es hat alles reibungslos funktioniert. Ich kann nur jedem empfehlen, eine solche Reise einmal mitzumachen.

 

 

Golf Professional Joakim Strandberg, Tomelilla Golf Klubb Tel 0046-417-19430 joakimstrandberg@hotmail.com